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Weinender Funke |
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...Bei meiner Auskunft am See hatte ich ja keinen blassen Schimmer, was mich eigentlich erwarten würde. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, mit allen Kursteilnehmern und der neuen Umgebung, fühlte ich mich geistig und körperlich im Vergleich zu Olsberg viel besser. Ich wußte gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, seine Seele baumeln zu lassen, mit unserer Mutter Erde im Einklang zu sein. Der Heilige Berg mit seiner ganzen Größe, Bäume, Pflanzen, Tiere, Steine, Gewässer und alle anderen wunderschönen Dinge, die ich zuvor nicht wahrnehmen konnte, gab mir so unglaublich viel Kraft. Im Grunde genommen bin ich immer mit Scheuklappen durch die Welt gegangen. Was ich gelernt habe in diesen wenigen Tagen, ist mit Geld überhaupt nicht aufzuwiegen. Die Natur hat so viel Gutes grundlos auf mich abgefärbt, so daß ich dort oft mit intensivsten Glücksgefühlen umher lief. Es ist extrem schwer für mich, diese erlebten Dinge, Dir zu beschreiben, so daß Du mich verstehst. Ich war ja in so einem tiefen Loch, daß es mir selbst nicht gelungen ist, mich zu befreien. Mit Deiner, Shanti´s,- und anderen Menschen, die an mich glauben – HILFE weiß ich, daß ich es schaffen werde. Step by step, mit einer neuen Lebenseinstellung und etwas Geduld befinde ich mich schon auf dem richtigen Weg. Ich erlaube mir, Dir einen kleinen Auszug aus meinem Tagebuch, das ich in den drei Tagen geführt hatte, zu schreiben. 3. Tag ...nach einer anstrengenden Nacht, mit Donner, Blitz, Hagel und Regen liege ich noch faul in meinem Schlafsack. Mein Kreuz, sämtliche Knochen tun mir weh. Trotzdem überwinde ich mich aufzustehen, da ich mit meinen Vorbereitungen noch nicht fertig bin. Schön langsam verschwindet auch der Regen und die Sonne zeigt sich wieder. Wieder packt es mich, und ich begebe mich mit meiner Trinkflasche hinauf, in den oberen Kessel, zu diesem überwältigend kraftvollen und magisch anziehenden Quarzstein. Einerseits frage ich mich ob ich nicht das VisionQuest Ziel verfehle, denn es steht geschrieben: suche Dir einen Platz und bleibe „bewegungslos“ 3 Tage sitzen und schone Deine Kräfte. Liebe Maria, ich bin überglücklich, dass ich meinem Trieb gefolgt bin. Denn ich fand einen winzigen kleinen Stein („ich“) begab ich mich dann später zu meinem auserwählten Platz um „mich“ / den Stein, in den Kreis für mein Sterbe-Ritual mit einzubeziehen. Ich verweilte noch einige Zeit, erst dann öffneten sich meine Ohren, Augen, Nase, Lunge und mein Herz. Aufmerksam lauschte ich, wie Wind und Wasser für mich die tollsten Symphonien spielten. In diesem Moment wünschte ich diesen Augenblick immer in mir zu tragen und auf andere abzufärben. Gleichwiederum wußte ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Unbeschreibliche Gefühle durchdrangen mich tiefer und tiefer... Tearfull Spark (Anmerkung: Dieser Brief ist primär an seine Gönnerin und Therapeutin (80 !) gerichtet, die ihn zum VisionQuest geschickt hat, ohne ihm zu sagen, worum es dabei genau geht. Sie hat ihm dieses Seminar geschenkt! So wußte er nur, daß er sich um gute hochalpine Ausrüstung zu kümmern hatte, ein Tagebuch vorbereiten sollte und wo er sich wann einzufinden hatte! Er kam mit großen Augen und einer unvergleichlich reinen, kindlichen Offenheit und voller Vertrauen an. Er verstand es, sich wirklich auf den Prozeß ganz einzulassen und hat viel für sich gewonnen. Er ist wieder nach England gegangen und hat auf einem Segelschiff mit weltumspannenden Fahrtrouten angeheuert. Dies war immer sein Traum gewesen, seit er in „seinen frühen Zwanzigern“ für eine Saison in hawaiianischen Gewässern auf einem Fischerboot Dienst getan hatte. In den unbeschreiblichen Nächten auf der tropischen See hatte er Wale singen gehört und vor Rührung geweint, konnte das aber nie mit seinen Kameraden teilen. Die letzten Jahre in Wien war er in seinem Ursprungsberuf als Schlosser sehr unglücklich und zunehmend in depressive Zustände abgerutscht. Per Zufall hatte er bei einem Aufenthalt in Deutschland seine Gönnerin kennengelernt, und diese hatte bereits vorher über unsere Arbeit gelesen.)
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